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Die Sonnenfinsternis war in den afrikanischen Staaten Angola, Sambia, Simbabwe und Mosambik und zuletzt noch in Madagaskar total zu sehen. Aus meteorologischen (je weiter westlich desto besser das Wetter) und politischen Gründen (es bestanden Zweifel an der Sicherheit in Angola) fokussierte sich unser Interesse von Anfang an vorwiegend auf Sambia, dessen Hauptstadt Lusaka in der Totalitätszone lag und wo die Dauer der totalen Finsternis immerhin 3 Minuten 14 Sekunden betragen sollte. Leider waren die Preise für Rundreisen durch dieses an Sehenswürdigkeiten (Tierwelt in den zahlreichen Nationalparks, Viktoria Wasserfälle) reiche, ökonomisch betrachtet aber eher arme Land "Finsternis bedingt" gestiegen. Deshalb wurde die Idee entwickelt, mit einem gecharterten Flugzeug nach Lusaka zu fliegen, dort in Flughafennähe die Finsternis zu beobachten um danach mit der selben Maschine wieder zurück zu fliegen. Diese Idee wurde dann vom Astronomie-interessierten AUA-Piloten Walter Max Schwendenwein mit Unterstützung von Astronomy-Travel und nicht zuletzt auch unter Mithilfe der Austrian Airlines umgesetzt. |
| Unser Nachtflug nach Lusaka begann, etwas verspätet am 20.06.2001 um 18.45 Uhr mit dem Abheben des, mit 264 Passagieren und 88.5 t Treibstoff beladenen Airbus A340-300 vom Flughafen Wien. Zum Schlafen kam man, wenn überhaupt nur kurz - war es doch wesentlich verlockender, mit den zahlreichen Gleichgesinnten über die richtige Vorgangsweise beim Fotografieren der Finsternis, über zukünftige und auch vergangene Finsternisse oder über die Beobachtungen des nun unmittelbar bevorstehenden Naturereignisses zu diskutieren. Etwas müde kam man dann nach 8 1/2 Stunden im nächtlich kühlen (8 Grad) Lusaka an, wo man von einem Spalier freundlich lächelnder Damen (um 3.15 Uhr früh !) und den etwas bürokratischen Paßkontroll Beamten empfangen wurde. Nach diesen Formalitäten teilte sich die Gruppe dann in jene, die die noch kurze Nacht zum Beobachten des exotischen Sternhimmels nutzen wollten und jene, die irgendwo im Flughafengebäude noch ein wenig Schlaf nachholen wollten, was jedoch wegen lauter Musik oder dem dröhnenden Geräusch startender Flugzeuge nicht jedem gelang. | ![]() |
Je näher der 2. Kontakt (=Beginn der totalen Phase) kam, umso öfter wurde vom Platzsprecher auf den magischen Zeitpunkt hingewiesen und umso mehr fiel uns das schwächer werdende Licht und auch die angenehme Abkühlung auf. Auch der zuweilen heftige Wind wurde deutlich schwächer.
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Genau 10 Minuten vor Beginn der Totalität startete ich ein Tonband,
das in Minutenabständen die noch verbleibende Zeit bis zum 2.Kontakt
ansagte und auch während der totalen Verfinsterung ansagte, wieviel
Zeit noch bis zum 3.Kontakt verblieb. Mit jeder Zeitansage dieses Tonbandes
stieg die Spannung und auch der Geräuschpegel der kreischenden Einheimischen
nahm in dem selben Maße zu, wie die Helligkeit des Himmels abnahm.
Auch einige Vögel flogen, von der immer schneller hereinbrechenden
Dunkelheit sichtlich irritiert, ziellos und schreiend umher. In den letzten
Sekunden vor der Totalität war das Zusammenschmelzen der gleißend
hellen, schmalen Sonnensichel im Kamerasucher und die Abnahme der Umgebungshelligkeit
zusammen mit den teilweise unartikulierten Lautäußerungen der
Beobachter dramatisch zu verfolgen.
Das Bild links zeigt den 2.Kontakt aufgenommen mit Digitalkamera: f=388mm,
f:4.5, 1/800 Sekunde
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| Das Verschwinden des letzten Sonnenstrahls versetzte die Massen dann
vollends in helle Aufregung. Diese Stimmung und der Anblick der verfinsterten
Sonne, mit dem Planeten Jupiter links unterhalb am praktisch wolkenfreien
Himmel hinterließ wohl bei jedem der Anwesenden einen unvergesslichen
Eindruck.
Das Bild rechts wurde ebenfalls mit der Olympus Digitalkamera C2100 aufgenommen: f=388 mm, f:4.5, 1/8 Sekunde Wie man sieht zeigt die Korona die typische runde Form, wie sie für eine hohe Sonnenaktivität charakteristisch ist. Rechts oben auf diesem Bild, ca. einen Sonnen- / Monddurchmesser vom Mondrand entfernt, sieht man den Stern 1 Gemini (=Zwillinge) - es wurde also tatsächlich so dunkel, daß man Sterne sehen konnte (diesen Stern 4. Größe konnte ich allerdings während der Totalität nicht sehen). (Daß es sich bei diesem unscheinbaren Punkt tatsächlich um einen Stern handelt, konnte ich anhand von weiteren Aufnahmen verifizieren.) |
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| Das nebenstehende Bild zeigt links unten den Planeten Jupiter:
f=140 mm, f:4.5, 1/5 Sekunde (die Brennweitenangabe f=140 mm bezieht sich auf das Kleinbildformat 24 * 36 mm, der tatsächliche Brennweitenbereich der Digitalkamera beträgt 7 - 70 mm). |
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Die 3 Minuten 27 Sekunden Totalität (der Flughafen liegt nördlich
der Hauptstadt, somit näher zur Zentrallinie der Finsternis und hatte
daher eine längere Totalitätsdauer) vergingen wie üblich
viel zu schnell, wobei mir noch wertvolle Sekunden vorloren gingen, weil
der Drahtauslöser der Weitwinkelkamera beim Versuch diese auszulösen
abriß. Das zuvor erwähnte Tonband erwies sich nun als besonders
nützlich, weil ich dadurch 30 Sekunden sowie 15 Sekunden vor dem 3.
Kontakt auf das nahende Ende der Totalität hingewiesen wurde.
Das nebenstehende Bild zeigt den 3. Kontakt: f=388 mm, f:4.5, 1/200 Sekunde (die 6 Strahlen die von der sehr kleinen Sonnensichel ausgehen sind in der Digitalkamera entstanden). |
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Letzte Änderung am 9.04.2006..