CCD Aufnahmen

von Heinz Scsibrany.


Die folgenden Bilder entstanden in jüngster Zeit (seit Mai 2003) mit meinem Celestron 9 1/4 Zoll (235 mm Öffnung, 2350 mm Brennweite) Schmidt-Cassegrain Teleskop und der CCD Kamera HX 916 von Starlight Xpress.
CCD Kameras haben als lichtempfindliches Element einen CCD Chip, wie er in jeder Digitalkamera oder Videokamera steckt. Im Unterschied zu den Chips in Digital- und Videokameras hat jener in meiner CCD Kamera aber keine Farbfilter (vor den einzelnen Pixeln) - wodurch diese Kamera "nur" scharzweiss-Bilder liefert, dafür aber deutlich lichtempfindlicher ist.
CCD Chips haben gegenüber herkömmlichen Filmen 2 Vorteile:
1) Eine signifikant höheren Empfindlichkeit (ca. um einen Faktor 10-20) und
2) die Empfindlichkeit bleibt über die gesamte Dauer der Belichtung konstant (bei Filmen ist dies nicht der Fall, d.h. deren Empfindlichkeit nimmt mit zunehmender Dauer der Belichtungszeit mehr oder weniger stark ab - dieses Verhalten bezeichnet man als Schwarzschild-Effekt).

Der einzige Nachteil eines CCD Chips gegenüber herkömmlichen Filmen ist seine geringe Größe und damit die geringe Größe des abbildbaren Himmelsareals. Der Chip meiner Kamera hat eine Größe von 8.71*6.9 mm mit 1300*1030 Pixel. Um eine höhere Empfindlichkeit zu erreichen wurden bei allen Aufnahmen dieser Seite immer jeweils 4 benachbarte Pixel zu einem Pixel zusammengefaßt was somit eine Auflösung von 650*515 Pixel ergibt. Eine höhere Auflösung ist bei der verwendeten Brennweite (1480 oder 2350 mm) auch wenig sinnvoll, da hierbei die tatsächlich erzielte Auflösung meist von der Luftunruhe limitiert wird.
Sofern nicht anders angegeben wurden die folgenden Aufnahmen mit unverkürzter Brennweite (also ca. 2350 mm) des Celestron 9 1/4 gemacht.

Spiralgalaxie NGC 2903 im Sternbild Löwe. 2 Aufnahmen zu je 5 Minuten und eine zu 10 Minuten Belichtungszeit wurden addiert. Das abgebildete Himmelareal entspricht ca. 1/6 des Vollmondes. Man beachte die schwachen Ausläufer der Spiralarme (insbesondere rechts unten) und die wahrscheinlich viel weiter entfernte Galaxie links oben.

Galaxiengruppe um NGC 1270 (links der Bildmitte) im Sternbild Perseus: 2 Aufnahmen zu je 5 Minuten und eine zu 10 Minuten wurden addiert. Diese Galaxiengruppe ist ca. 300 Millionen Lichtjahre entfernt, d.h. wir blicken hier weit zurück in die Vergangenheit, als noch Dinosaurier die Erde bevölkerten. Ein "prominentes" Mitglied dieser Galaxiengruppe ist auch die Galaxie NGC 1275 (die auf dieser Aufnahme nicht zu sehen ist), welche wegen ihrer starken Radio- und Röntgenstrahlung auch unter der Bezeichnung Perseus A (= stärkste Quelle von Radiostrahlung im Sternbild Perseus) bekannt ist. Obwohl auch diese Aufnahme nur eine Größe von ca. 1/6 des Vollmondes hat, kann man darin mühelos über 20 Galaxien (alles was "irgendwie" länglich oder diffus erscheint) erkennen ! In 300 Millionen Lichtjahren Entfernung hat das abgebildete Himmelsareal eine Ausdehnung von ca. 1.1 Millionen * 800000 Lichtjahren - d.h.die Galaxien stehen in einem mittleren Abstand von einigen 100000 Lichtjahren. Deshalb sind "Zusammenstöße" von Galaxien durchaus keine Seltenheit, was die Sterne der Galaxien aber wenig betrifft, d.h. die zusammenstoßenden Galaxien durchdringen sich gegenseitig. Allerdings das zwischen den Sternen befindliche Gas wird bei so einem Zusammenstoß dann oftmals aus einem oder beiden Stoßpartnern herausgefegt, was zur Folge hat, das die ihres Gases beraubte Galaxie mit der Zeit ihre Spiralstruktur verliert und sich zu einer elliptischen Galaxie entwickelt. Deshalb haben dichte Galaxienhaufen einen hohen Anteil an elliptischen Galaxien, wie man auch in untenstehendem  Bild sehen kann.

 
Kugelförmiger Sternhaufen NGC 7006 im Sternbild Delphin.2 * 5 Minuten Belichtungszeit. Dieser Kugelsternhaufen befindet sich in der ungewöhnlich hohen Entfernung von 125000 Lichtjahren (zum Vergleich die Entfernung des Kugelsternhaufens M13 im Hercules beträgt ca. 25000 Lichtjahre). Diese Entfernung ist deshalb ungewöhnlich, weil sich der Sternhaufen damit weit außerhalb der Milchstraße befindet, deren Durchmesser ca. 100000 Lichtjahre beträgt.
Wegen der hohen Lichtempfindlichkeit der CCD Kamera kann man auch auf dieser Aufnahme zumindest 3 Galaxien erkennen, die zufällig in der selben Richtung stehen, wie der Kugelsternhaufen, nur in etwa 1000 mal (!) größerer Entfernung. Wegen ihrer ungehauren Anzahl sind diese kleinen (besser klein ERSCHEINENDEN) "Hintergrundgalaxien" in keiner Sternkarte verzeichnet.

Siehe auch: kugelförmige Sternhaufen


 
Planetarischer Nebel M76 im Sternbild Perseus, 2 Aufnahmen zu jeweils 5 Minuten Belichtungszeit wurden addiert. Aufnahmebrennweite ca. 1480 mm (C 9 1/4 mit Focalreducer). Man kann auch die schwächeren Ausläufer des Nebels erkennen.
Siehe auch: planetarische Nebel


Siehe auch: Planeten Bilder, andere Astrofotografien
Fotografien der Sonnenfinsternis am 21. Juni 2001
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Letzte Änderung am 22. Mai 2004.