Der einzige Nachteil eines CCD Chips gegenüber herkömmlichen
Filmen ist seine geringe Größe und damit die geringe Größe
des abbildbaren Himmelsareals. Der Chip meiner Kamera hat eine Größe
von 8.71*6.9 mm mit 1300*1030 Pixel. Um eine höhere Empfindlichkeit
zu erreichen wurden bei allen Aufnahmen dieser Seite immer jeweils 4 benachbarte
Pixel zu einem Pixel zusammengefaßt was somit eine Auflösung
von 650*515 Pixel ergibt. Eine höhere Auflösung ist bei der verwendeten
Brennweite (1480 oder 2350 mm) auch wenig sinnvoll, da hierbei die tatsächlich
erzielte Auflösung meist von der Luftunruhe limitiert wird.
Sofern nicht anders angegeben wurden die folgenden Aufnahmen mit unverkürzter
Brennweite (also ca. 2350 mm) des Celestron 9 1/4 gemacht.
Spiralgalaxie NGC 2903 im Sternbild Löwe. 2 Aufnahmen zu je 5 Minuten
und eine zu 10 Minuten Belichtungszeit wurden addiert. Das abgebildete
Himmelareal entspricht ca. 1/6 des Vollmondes. Man beachte die schwachen
Ausläufer der Spiralarme (insbesondere rechts unten) und die wahrscheinlich
viel weiter entfernte Galaxie links oben.
Galaxiengruppe um NGC 1270 (links der Bildmitte) im Sternbild Perseus:
2 Aufnahmen zu je 5 Minuten und eine zu 10 Minuten wurden addiert. Diese
Galaxiengruppe ist ca. 300 Millionen Lichtjahre entfernt, d.h. wir blicken
hier weit zurück in die Vergangenheit, als noch Dinosaurier die Erde
bevölkerten. Ein "prominentes" Mitglied dieser Galaxiengruppe ist
auch die Galaxie NGC 1275 (die auf dieser Aufnahme nicht zu sehen ist),
welche wegen ihrer starken Radio- und Röntgenstrahlung auch unter
der Bezeichnung Perseus A (= stärkste Quelle von Radiostrahlung im
Sternbild Perseus) bekannt ist. Obwohl auch diese Aufnahme nur eine Größe
von ca. 1/6 des Vollmondes hat, kann man darin mühelos über 20
Galaxien (alles was "irgendwie" länglich oder diffus erscheint) erkennen
! In 300 Millionen Lichtjahren Entfernung hat das abgebildete Himmelsareal
eine Ausdehnung von ca. 1.1 Millionen * 800000 Lichtjahren - d.h.die Galaxien
stehen in einem mittleren Abstand von einigen 100000 Lichtjahren. Deshalb
sind "Zusammenstöße" von Galaxien durchaus keine Seltenheit,
was die Sterne der Galaxien aber wenig betrifft, d.h. die zusammenstoßenden
Galaxien durchdringen sich gegenseitig. Allerdings das zwischen den Sternen
befindliche Gas wird bei so einem Zusammenstoß dann oftmals aus einem
oder beiden Stoßpartnern herausgefegt, was zur Folge hat, das die
ihres Gases beraubte Galaxie mit der Zeit ihre Spiralstruktur verliert
und sich zu einer elliptischen Galaxie entwickelt. Deshalb haben dichte
Galaxienhaufen einen hohen Anteil an elliptischen Galaxien, wie man auch
in untenstehendem Bild sehen kann.
| Kugelförmiger Sternhaufen NGC 7006 im Sternbild Delphin.2 * 5
Minuten Belichtungszeit. Dieser Kugelsternhaufen befindet sich in der ungewöhnlich
hohen Entfernung von 125000 Lichtjahren (zum Vergleich die Entfernung des
Kugelsternhaufens M13 im Hercules beträgt ca. 25000 Lichtjahre). Diese
Entfernung ist deshalb ungewöhnlich, weil sich der Sternhaufen damit
weit außerhalb der Milchstraße befindet, deren Durchmesser
ca. 100000 Lichtjahre beträgt.
Wegen der hohen Lichtempfindlichkeit der CCD Kamera kann man auch auf dieser Aufnahme zumindest 3 Galaxien erkennen, die zufällig in der selben Richtung stehen, wie der Kugelsternhaufen, nur in etwa 1000 mal (!) größerer Entfernung. Wegen ihrer ungehauren Anzahl sind diese kleinen (besser klein ERSCHEINENDEN) "Hintergrundgalaxien" in keiner Sternkarte verzeichnet. Siehe auch: kugelförmige Sternhaufen |
| Planetarischer Nebel M76 im Sternbild Perseus, 2 Aufnahmen zu jeweils
5 Minuten Belichtungszeit wurden addiert. Aufnahmebrennweite ca. 1480 mm
(C 9 1/4 mit Focalreducer). Man kann auch die schwächeren Ausläufer
des Nebels erkennen.
Siehe auch: planetarische Nebel |
Letzte Änderung am 22. Mai 2004.